Der mangelnden Bewegungsmotivation der Jugendlichen entgegenzuwirken!

Interview mit Karlhelm Grießer, Stellvertretender Sportkreisjugendleiter, Vertreter der Sportkreisjugend im Sportkreisausschuss und Referent für Schule und Sport.

Karlhelm Grießer über ein Vierteljahrhundert in ehrenamtlich tätiger Funktion im Sportkreis Rottweil e. V. Ein Ehrenamtlicher, der nicht viel Worte macht, doch sein Tun und Handeln ist stets vom Erfolg gekrönt und das macht neugierig auf den Menschen, der sich dahinter verbirgt. So nahm er sich trotz der für fünften Jahreszeit Zeit, um uns ein wenig hinter den Vorhang schauen zu lassen.

Frage:
Karlhelm, dass du dem Sport verbunden bist, ist eine Tatsache. Doch sag, war es der Fußball oder der gelbe schnelle Ball, der dich fasziniert und wo deine sportlichen Wurzeln liegen ?

Fußball! Tennis läuft nur am Rande mit. Seit dem 9. Lebensjahr trage ich die Kickstiefel und musste sie leider wegen einer Knieverletzung im 25. Lebensjahr an den berühmten Nagel hängen. Seinerzeit spielte ich in der Kreisliga A als Mittelstürmer. Doch nichtsdestotrotz war ich als Jugendtrainer und Betreuer beim SC Wellendingen viele Jahre aktiv und begleitete, trainierte wöchentlich 15 bis 20 begeisterte fußballspielende Buben, darunter auch meine eigenen Daniel und Marcel. Daniel tritt zwar nicht so ganz in Vaters Fußstapfen, aber er erwarb auch den Tennis-Trainerschein und Jasmin die Tochter entschied sich für Kunstradfahren und war auch als Trainerin dort tätig. Der einzige wirklich Aktive ist derzeit der jüngste Grießer-Spross Marcel und zwar Fußball und Tennis. Viel Zeit bleibt mir selbst nicht mehr für sportliche Aktivitäten, denn auch als Präsident des Fördervereins SC Wellendingen bin ich tätig. So dass das Wandern, Skilaufen und Radfahren mit meiner Frau schon ein wenig zu kurz kommen.

Frage:

Dein Herz schlägt für die Sportkreisjugend und ihre Interessen vertrittst du im Aktivenbereich. Wie sehen die Schwerpunkte für die Jugendarbeit in den nächsten Monaten aus? Denn es ist ja kein Geheimnis, dass Skifreizeit und Syltfreizeit nicht mehr im Jahresprogramm erscheinen!

Was die Freizeiten betrifft, tut schon weh, aber es wurde immer schwieriger qualifizierte Betreuer zu finden. Schwerpunktmäßig wird die D-Zentrale Jugendbetreuerschulung weiterhin zum Tragen kommen, denn hier sehen wir Handlungsbedarf. Meine persönliche Zielsetzung ist: Die Belange der Jugend im Erwachsenenbereich durchzusetzen, was heißt, ihr den Rücken zu stärken und richtig zu gewichten.

Frage:
Gibt es neue, andere Ideen?

Neue, eigentlich weniger, doch lang nicht Durchgeführtes wieder aufzunehmen. Durchgeführt werden soll wieder einmal nach längerer Abstinenz ein Sportkreisvergleichswettkampf, z. B. mit dem Sportkreis Breisgau-Hochschwarzwald und/oder mit den neuen Bundesländern, z. B. dem Weißeritz-Kreis (Dippoldiswalde)

Frage:
Was motiviert dich, gerade der Sportkreisjugend die Treue zu halten?

Die Impulse, die von der Jugend kommen, in den Erwachsenenbereich zu tragen und umzusetzen, auch wenn ich bei der Jugend derzeit der Dienstälteste bin. Seit 1984 gehöre ich zum Team der Sportkreisjugend.

Frage:
Wie sah dein eigener Weg zum Sportkreis aus?  Heinz Walter, der damalige Fußball-Bezirksvorsitzende und ebenfalls Sportkreismitarbeiter, lernte mich als Betreuer von Fußball-Auswahlmannschaften kennen. Übrigens, 6 Jahre betreute ich diese Auswahlmannschaften. Und dann ging es über die Referate Internationale Jugendarbeit, als Betreuer für Japan, div. Sportlerehrungen; Stellvertreter der Sportkreisjugend bis hin zum Referenten für Schule und Sport .

Frage:
Wohin wird der zukünftige Weg des Sportkreises führen?

Ein Problem sehe ich in der Rekrutierung der Mitarbeiter. Denn viele gute Leute haben keine freien Kapazitäten sei es durch Schule, Ausbildung oder Beruf und sind meistens auch schon in ihren Vereinen eingebunden. Doch die Daseinsberechtigung des Sportkreises steht außer Zweifel. Als Schaltstelle für Vereine und WLSB und als Garant für eine fruchtbare Zusammenarbeit in der Weiter- und Fortbildung in Zusammenarbeit auch mit den Fachverbänden.

Frage:
Kannst du dir vorstellen, neue Trends zu setzen und diese personell und finanziell zu realisieren?

Ja, denn auch bei knappen finanziellen Mitteln sind wir noch in der Lage etwas auf den Weg zu bringen. Schwierig ist es wie eben schon erwähnt, personell. Denn auch den amtierenden Sportkreismitarbeitern sind zeitliche Grenzen gesetzt. Vielleicht schält sich ja bei der Dezentralen Schulung mal ein Mitarbeiter heraus.

Frage:
Siehst du in deiner Eigenschaft als Referent für für Schule und Sport eine Herausforderung auch nichtorganisierte Jugendliche in den Verein zu integrieren?

Ja, vor allem bei Aktionstagen des Kreisjugendrings, mit dem wir stets gut und erfolgreich zusammenarbeiten, hat sich die Sportkreisjugend eingebracht und nichtorganisierten Jugendlichen Trendsportarten nähergebracht. Auch in der Ganztagsbetreuung können solche Jugendliche wäre kulturell und sportlich wäre integriert werden.

Frage:
Hat das Modell Ganztagsbetreuung eine Chance?

Ja, und sie wird KOMMEN. Einziger Kritikpunkt wäre die Vergütung für Jugendbegleiterentschädigung in Höhe von 1,80 €/Std. Aber es wird ein richtiger Spagat für die Vereine, zumal viele Jugendtrainer am frühen Nachmittag nicht zur Verfügung stehen.

Frage:
Ein ganz persönlicher Tipp, Wunsch für den organisierten Sport im Sportkreis Rottweil?

Meine Vision: Dass die Vereine, Fachverbände, Kommunen und Kreis zusammenarbeiten, so dass das Projekt Ganztagsbetreuung langsam aber sicher Gestalt annimmt, um der Jugend mehr Bewegung im sportlichen Bereich und vor allem auch die Freude an der Bewegung, ohne gleich auf eine Sportart zu spezialisieren, zu vermitteln. Will sagen: Der mangelnden Bewegungsmotivation der Jugendlichen entgegenzuwirken!


Danke dir für deine offenen Worte und auch deiner Frau Sigrid, die seinerzeit viele künstlerische Impulse bei den Syltfreizeiten gab!

(Text und Foto von: Gundi Liebehenschel, Öffentlichkeitsreferentin)

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