Helmut Habel war 52 Jahre im Ehrenamt tätig

Helmut (Habel) der Macher (*8.6.1928 in Danzig, †04.06.2008), so konnte man ihn mit ein paar Worten umschreiben. Doch das wäre viel zu wenig für einen Menschen der, seitdem er im Jahre 1950 Sieger im Gewichtheben in Hamburg-Olsdorf wurde, dorthin hatte es ihn als Gefangenen verschlagen, und er seine Leidenschaft für den Sport entdeckte und vor allem fürs Ehrenamt.

Grund genug ein wenig von ihm zu erfahren. So saß er uns gegenüber und seine Tochter Angela, selbst schon längst den Kinderschuhen entwachsen und ihn liebevoll „Baba“ nannte, drückte sich an ihn als er zu Plaudern begann.

Muss zugeben, ich kannte ihn selbst seit über drei Jahrzehnten als rührigen Mitarbeiter beim Sportkreis und doch wird mir durch seine Schilderungen nun erst richtig bewusst, wie umfangreich seine Tätigkeiten und sein Wirken für den Sport, fürs Vereinsleben insgesamt sind.
Als gelernter Kaufmann und Mechaniker zog es ihn bereits im Jahre 1951 nach Baden-Württemberg. Anlaufstelle war für ihn seine Schwester, die in Aldingen ansässig war. Schnell wurde er heimisch bei der Freiwilligen Feuerwehr als stellvertretender Kommandant, dem Gesang frönend im Gesangverein und als Laienschauspieler wirkte er bei mancher Theateraufführung mit.
1959 zog es ihn dann nach Wellendingen, wo er selbstständiger Unternehmer mit 15 Mitarbeitern war.

Der Vorsitzende des SC Wellendingen, August Haffner merkte damals sehr schnell dass Helmut Habel Führungsqualitäten hat und so war die Fußballjugend bei ihm gut aufgehoben. Nicht nur dessen Trainer war er, nein es kümmerte sich um die Einkleidung, nebst Fußballschuhen, um die Fahrten zu Auswärtsspielen und seine Frau Lene stopfte die Fußballsocken. Dies tat er bis 1966 und seine Augen beginnen zu glänzen wenn er darüber berichtet!

Wenn wundert’s, dass auch bald der Radfahrverein „Edelweiß“ unter dessen Vorstand Karl Haffner im Jahr 1966 auch auf ihn aufmerksam wurde. Und Helmut konnte nicht nein sagen, denn mit Feuereifer trainierte er auch hier die Jugend und so ließen auch die Erfolge nicht lange auf sich warten. Mit dem 6er Reigen wurden seine „Damen“ drei mal württembergischer Meister. Auch zauberte er auf den Kunsträdern mit seinen Aktiven Pyramiden, die vielerorts große Beachtung fanden.
Und hier begann dann auch seine Ehrenamts“karriere“, er wurde bis in höchste Ämter berufen/gewählt bis hin zum BRD (Bund Deutscher Radfahrer). Hier war er Schatzmeister und Vizepräsident.

Und so wundert es nicht, dass auch der Sportkreis Rottweil auf ihn aufmerksam wurde. Bereits im Jahre 1966 war er für „Erholung und Freizeit“ im Sportkreis Rottweil tätig und dies bis zum heutigen Tage. Die württembergische Sportjugend wusste sein Engagement auch zu nutzen, denn auch in Stuttgart war er im Fachausschuss für Erholung und Freizeit. Und was gehört zur Erholung und Freizeit? Natürlich Großraumzelte. Diese verwaltete er für den Sportkreis Rottweil von 1975 bis zum 12. Januar 2000.
Angela wirft ein: „Oh ja, oftmals waren alle freien Stellen im Haus und im Betrieb voll gestellt mit Zelten, um diese zu trocken.

Ja, und was wäre der Sportkreis Rottweil ohne die Städtereisen unter den Fittichen von Helmut Habel. Sie tragen seine Handschrift unauslöschlich. Seit 1975 ging es Jahr um Jahr in die weite Welt, nur ein paar seien hier aufgeführt: London, Prag, Paris, Wien, Budapest, Beneluxländer, Venedig, Lübeck, Rom, Südfrankreich, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Toscana und die Dolomiten und viele mehr.

Fragte man ihn, wie hast du dies alles unter einen Hut gebracht. So sagte er kurz und bündig: „Die Unternehmenslust, die Geselligkeit, das Entdecken in der Gemeinschaft waren Antrieb genug“ und dann die Freude und auch die Dankbarkeit der Teilnehmer zu erleben, sind unvergesslich. Aber, und dies sagt er mit Hochachtung in seiner Stimme: „Ohne die Hilfe meiner gesamten Familie wäre dies alles nicht möglich gewesen und dafür bin ich ewig dankbar!“

Fragte man ihn, was waren deine schönsten Momente, so sagte er: „Es gab viele, sehr viele. Aber vor allem die Menschlichkeit und der sportliche Geist, der mir stets entgegenkam.“

Ich hatte ihn gefragt, ob er sich nie gefragt hat, so viele Zeit ins Ehrenamt zu investieren. Ohne zu überlegen, kommt ein klares: „Nie“

Und deine Familie, stand sie stets hinter dir? Helmut: „Eigentlich ja, denn alle versuchten die Balance zu halten und an und wann musste ich schon mal zurückstecken, weil die Familie zu ihrem Recht kommen musste.

„Wenn du zurückblickst“, hatte ich ihn gefragt, „würdest du es genauso machen?“ Helmut: „Ich bedaure keine Stunde, keine Minute. Mein Engagement käme wiederum zum Tragen. Und wichtig ist mir, und das ist ein Herzenswunsch, dass die Bedeutung des Sports in der Öffentlichkeit noch mehr präsent sein möge.“

Wenn wundert’s, dass bei so viel Ehrenamt die Ehrungen nicht ausblieben. Helmut Habel war Ehrenmitglied des Württembergischen Landessportbundes und Ehrenvorstand des Sportkreises Rottweil.

Ehrenmitglied des Radfahrvereins Edelweiß Wellendingen.
Ehrenmitglied beim Württembergischen Radsportverband.

Dass er bei diesen Vereinen jeweils die goldene Vereinsnadel erhielt versteht sich von selbst. Vom württembergischen Landessportbund erhielt er ebenfalls die goldene Ehrennadel.
Auch vom Bund Deutscher Radfahrer erhielt er die goldene Ehrennadel.
Vom Sportkreis Rottweil erhielt er 1977 den Ehrenbrief, 1986 die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg und 1998 von der Bundesehrengilde die „Goldene Ehrennadel“.

Wir wünschten Helmut Habel noch viele schöne Momente durch den und mit dem Sport, seiner lieb gewonnenen Menschen und wir vom Sportkreis Rottweil durften ihm versichern, dass wir uns gerne an die Stunden mit ihm erinnerten. Nicht immer waren wir einer Meinung, doch ihm ging es stets um die Sache und dafür konnte er „kämpfen“ wie kaum ein anderer.

Helmut, danke für deine großartigen, vielseitigen ehrenamtlichen Tätigkeiten für den Sport! Danke für die Zeit mit Dir! Das Gespräch mit dem Jubilar führte Gundi Liebehenschel am 27.05.2008, Öffentlichkeitsreferentin im Sportkreis Rottweil e. V.

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