Interview mit Ruth Amann – Kommission Frauen im Sportkreis Rottweil e.V.

Ruth Amann

Ruth Amann, eine Frau, die ihren Mann steht.Wie man/frau so schön sagt.
Aber, für Ruth trifft es wahrlich zu.
Denn kaum hat sie als Vorsitzende eines großen Vereins, des Radfahrerverein „Vorwärts“ Fluorn die Festlichkeiten zum 100. Vereinsgeburtstag hinter sich gebracht und dies und nicht nur dies, macht neugierig auf die Frau, die sich dahinter verbirgt.

Wie bringst du es fertig dies alles: Vorsitzende eines Vereins, an vorderster Front bei der Frauenkommission, Hausfrau, Mutter und berufstätig alles unter einen Hut zu bringen?
Weil alle, Familie, Verein, Sportkreis-Ausschussmitglieder, alle mitziehen, sonst wäre es nicht zu schaffen. Und nach dem Motto: Es darf auch mal etwas liegenbleiben, denn Morgen ist auch noch ein Tag.Na ja, und Leiterin bei den Radtreffs in der Region bin ich auch noch. Die Treffs sind übrigens für alle offen und im Bezirks und Verband gibt es auch allerhand zu erledigen.

Bist du noch kein bisschen müde?
Nein, denn so lange es Spaß macht, wird man nicht müde und da auch privat alle, wenn nötig, mitziehen. Mein Mann, Wolfgang, der seine Liebe zum Radeln übrigens durch mich entdeckt hat und auch die Kinder, Marion ist inzwischen Übungsleiterin und Markus, der die Homepage des Sportkreises pflegt.

Welches ist deine bevorzugte Tätigkeit, will sagen,wo fühlst du dich wirklich rundum wohl:
Natürlich im Verein. Von klein an, fühlte ich mich im Verein wohl. Nur, früher hatte das Vereinsleben eine größere Wertigkeit und dies bedaure ich sehr. Früher stand auch für mich die sportliche Leistung im Vordergrund. So kam ich von der Leichtathletik zum Kunstradfahren. Im Zweier erreichte ich mit meiner Parterin den 3. Platz und bei den Württembergischen war ich gar 1.Siegerin. Doch lang, lang ist es her – gut 30 Jahre.Nach der aktiven Zeit war ich als Trainerin, Kampfrichterin tätig und heute steht mehr der Breitensport im Vordergrund.

Denkst du nicht manchmal, ein wenig weniger wäre auch noch ausreichend?
Doch schon, doch habe ich zwischenzeitlich gelernt auch manches zu delegieren. Aktiv bin ich beim Kinderferienprogramm, unsere Rennfahrer begleiten und bei Großveranstalten Genehmigungen usw. zu beantragen, ist schon etwas wo mir mein Bekanntheitsgrad behilflich ist und manches dadurch eben schneller geht. Denn Großveranstaltungen benötigen eine 4 bis 6-wöchige Vorbereitungszeit und da kann ich meine Zeit entsprechend dann auch einteilen.

Hast du in deiner Familie „Mitstreiter“?
Ja sicher, wie ich eben schon sagte: Wolfgang, Markus und Marion und dafür für sie an dieser Stelle auch mal ein Dankeschön von mir, denn ohne sie ginge vieles sicherlich nicht!So organisieren wir grad vier große Rennen für den „Großen Preis vom Heimbachtal“ der am kommenden Sonntag zum 31. Male ausgetragen wird. Den Pokal stiftete übrigens die Gemeinde Fluorn-Winzeln, auch dafür DANKE!

Ich weiß, jetzt kommt eigentlich eine dumme Frage -wo liegen deine sportlichen Wurzeln?
Mein Vater war ein Allround-Freizeitsportler und so zog es mich auch relativ früh in die Sporthalle und das Radfahren fasziniert mich noch heute wie am ersten Tag.

Ich begleite dich ja nun schon eine lange Weile im Sportkreis Rottweil und bin überrascht, dass ihr in der Frauenkommission wirklich immer die Hand am Puls der Zeit habt. Seid ihr Hellseher, dass es euch stets gelingt, den jeweiligen Trend schon im Voraus zu erahnen?
Ja, so ähnlich… Nein Spaß beiseite: gute Leute die einem zur Seite stehen. Wir ermitteln in unserer jährlichen Weihnachtssitzung und natürlich das ganze Jahr über, was könnte gefallen, was ist machbar, denn gute Referenten sind nicht billig. Aber bei den Entscheidungen, was wir letztendlich anbieten, sind wir uns immer relativ schnell einig.

Was fließt in eure Planungen ein?
Zunächst einmal eigene Erfahrungen, die wir selbst bei Fortbildungen gemacht haben und natürlich verfolgen wir in den Medien, was ist gerade „In“ und dann sind wir, die „Macher“ der Frauenkommission selbst noch aktiv und spüren, wo es sportlich derzeit langgeht.

Erst kürzlich war ich ja dabei als das Thema „Beckenboden-Gymnastik“ praktiziert wurde und die Halle war genagelt voll und es machte Spaß dabei zu sein und im Anschluss bei einem gemütlichen Plausch (bei Kaffee und Kuchen) das Erlernte Revue passieren zu lassen. Ist das euer Geheimrezept?
Eigentlich nicht! Dies gehört einfach dazu, bevor die Frauen wieder in den Alltag zurückkehren. Bei einem Tässchen Kaffee entstehen oftmals auch neue Ideen die wir aufgreifen und dann irgendwann umsetzen. So dass wir nicht am Bedarf vorbei organisieren und das motiviert für Weiteres.

Bauchtanz ist euer nächstes Angebot und was wird in absehbarer Zukunft weiterhin angeboten werden?
Darüber haben wir uns noch keine Gedanken gemacht. Vielleicht so viel, es sind immerhin noch 4 bis 5 Themen auf Halde, aber mehr wird nicht verraten.Spätestens im Jahresprogramm des Sportkreises Rottweil e. V. 2006 wird es bekannt gegeben.

Ach ja, sind bei den Maßnahmen der Frauenkommission auch Männer willkommen oder sind eure Themenbereiche ausschließlich dem weiblichen Geschlecht vorbehalten?
Wenn ein Mann zu unseren Themen den Weg in die Halle findet, wir schicken keinen fort. Nur Männer trauen sich leider meistens nicht. Aber bei gymnastischen Themen kreuzt schon hin und wieder mal einer auf.

Danke für deine offenen Worte, und dir und deinem Sportkreisteam: Gisela Abberger, Helga Söll und Ursula Bühner für eure erfolgreiche Arbeit im Sportkreis Rottweil weiterhin „volle Hallen“.

Das Interview führte Gundi Liebehenschel, Öffentlichkeitsreferentin

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