Sportlerwahl 2008

ROTTWEIL

Schwimmer schreiben im Kreis Rottweil Geschichte

Rottweil – Die Schwimmer haben bei der 20. Ausgabe der Sportlerwahl den Vogel abgeschossen. Mit Birte Retzbach, Christoph Burkard und der SG Schwarzwald-Baar-Heuberg stellen sie in allen Kategorien die Gewinner.

»Aber ansonsten war die Veranstaltung klasse«

Birte Retzbach, aktive Masters-Schwimmerin, konnte es gar nicht fassen. »Dass ich mich gegen eine Weltmeisterin durchsetzen kann, das hat mich überrascht und natürlich gefreut.«

Christoph Burkard, Teilnehmer bei den Paralympics in Peking, hat von allen abgegebenen Stimmen für den Sportler des Jahres fast 50 Prozent für sich vereinnahmen können, und das, obwohl es in Peking bei einem Saisonhöhepunkt zum ersten Mal nicht rund lief. Gründe hatte der sympathische Horgener einige.

»Der vierte Platz über meine Paradedisziplin ist ja grundsätzlich nicht schlecht, doch wenn man beim Saisonhöhepunkt vier Sekunden unter der eigenen Bestzeit bleibt, dann gibt einem das zu denken. Ich konnte in Peking meine Bestleistung einfach nicht abrufen. Gründe dafür gab es einige. Aber ansonsten war die Veranstaltung natürlich schon klasse.« Das Erfolgsgeheimnis der Rottweiler Schwimmer hat Christoph Steilner versucht, im Ansatz zu erklären.

Ausgezeichneter Team-Spirit

»Unser Saisonhöhepunkt sind die Deutschen Mannschafts-Meisterschaften. 17 Strecken gilt es zu bewältigen, darunter sind auch die 1500 Meter. Und dennoch kommt es vor, dass ein Athlet fünf Mal ins Wasser muss. Die Stimmung, die eigenen Mannschaftskameraden, die am Beckenrand stehen, anzufeuern, unser Trainer Sigisbert Ackermann, der für die entsprechende Aufstellung sorgt, so sind die DMMS jedes Jahr ein großes Ereignis, wo jeder mitmachen will.«

Die Schwimmerinnen und Schwimmer in Rottweil müssen noch mehr haben, einen ausgezeichneten Team-Spirit zum Beispiel. Denn wie sonst könnte man die Tatsache erklären, dass viele Schwimmer, die in der ganzen Republik studieren, an Wochenenden lange Wege auf sich nehmen, um für den TSV an den Start zu gehen.

So sind auch die Erfolge zu erklären, die gegen zum Teil Schwimm-Hochburgen wie Sindelfingen oder Heidelberg immer wieder erzielt werden können.

Im Stillen genossen

Sigisbert Ackermann hat den Erfolg seiner Schwimmerinnen und Schwimmer sichtlich genossen, wenn auch hauptsächlich im Stillen.

Überraschungszweiter bei den Mannschaften wurde der KSV Winzeln, der in die Ringer-Landesliga aufgestiegen ist vor den sympathischen Radballern aus Lauterbach, den Gebrüdern Buchholz, die in den nächsten fünf Jahren noch einmal angreifen wollen, um vielleicht den Aufstieg in die erste Bundesliga doch noch zu schaffen, wenn auch die Wettbewerbs-Nachteile in Lauterbach sehr gravierend sind.

Beim KSV Winzeln hat man sich sehr gefreut über das Leservotum, denn dem Ringerfan ist nicht verborgen geblieben, dass Winzeln zusammen mit Schramberg schon wesentlich bessere Zeiten erlebt hatte.

Immerhin starteten die beiden Teams schon in der zweiten Ringer-Bundesliga. Jetzt wird auf den Nachwuchs gesetzt, um vielleicht in ein paar Jahren den nächsten Aufstieg zu feiern. Fabian Sterzing, talentierter Sprinter hat es sich nicht nehmen lassen, trotz des anstehenden Deutschabiturs, den Scheck für den zweiten Platz selbst abzuholen.

Der Wechsel zum VfB Stuttgart ist verständlich, sind die sportlichen Perspektiven doch in der Landeshauptstadt erheblich besser. Andreas Dold, WM-Teilnehmer im Ju-Jutsu, plant jetzt schon die Karriere für die Zeit nach dem Sport. Der Drittplatzierte bei den Männern ist Lehrer und will den Schülerinnen und Schülern seine Sportart näherbringen.

Von Klaus Spathelf

Frauen:

1. Birte Retzbach, Schwimmen, SG Schwarzwald-Baar-Heuberg 239;

2. Kira Eickhoff, Handball, HSG Schramberg-Sulgen 189;

3. Karina Manz, Leichtathletik, SV Mariazell 139;

4. Myriam Krüger, Fußball, SC Lindenhof 131;

5. Melanie Dziuba, Schwimmen, TSV Rottweil 124;

6. Katharina Dorn, Reiten, RFV Rottweil 101;

7. Claudia Gertsch, Leichtathletik, TS Schramberg 93;

8. Celin Stöhr, Volleyball, TSV Neukirch 61.

Männer:

1. Christoph Burkard, Schwimmen, TSV Rottweil 418;

2. Fabian Sterzing, Leichtathletik, TSV Rottweil 155;

3. Andreas Dold, Ju-Jutsu, Bu-dozentrum Rottweil 132;

4. Ralf Matzka, Radsport, RV Deißlingen 119;

5. Matthias Sturm, Segelfliegen, LSV Schwarzwald 114;

6. Oliver Maier, Armbrustschießen, SV Bösingen 57;

7. Nicolai Schneider, Schwimmen, TSV Rottweil 54;

8. Waldemar Kelsch, Boxen, BSV Rottweil 16;

Mannschaften:

1. SG Schwarzwald-Baar-Heuberg, Schwimmen 342;

2. KSV Winzeln, Ringen 185;

3. Gebrüder Buchholz, Radball 181;

4. TSV Neukirch, Volleyball 153;

5. TSV Göllsdorf, Kunstturnen 106;

6. AV Sulgen, Ringen 95.

(Bericht Schwarzwälder Bote 26.03.2009)

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