WLSB-Präsident Tappeser fordert Auflösung des Antragsstaus beim Sportstättenbau

40 Millionen Euro sind notwendig um den Stau zu beseitigen

Durchschnittlicher Zuschuss liegt bei gerade 13,4 Prozent

Im Sportkreis Rottweil werden dieses Jahr sieben Vereinsprojekte vom WLSB mit 53 600 Euro gefördert

Die 5720 Sportvereine im Württembergischen Landessportbund (WLSB) sind nicht nur sportlich aktiv. Um modern und konkurrenzfähig zu bleiben, passen sie ihre Angebote ständig an. Dies erfordert aber auch, dass sie immer wieder neue Übungsräume brauchen. Dabei setzen sie auch auf die finanzielle Förderung des Vereinssportstättenbaus aus Mitteln des Landes. 30 Prozent der Baukosten von Sportanlagen, Sporthallen sowie Umkleideräumen und Duschen können bezuschusst werden. So sieht es eine Vereinbarung des Landes vor – in der Theorie.

Die Realität sieht leider etwas anders aus. Schon seit vielen Jahren gibt es einen Antragstau. Auf 40 Millionen Euro beläuft er sich zurzeit in Baden-Württemberg. „Etwa zwölf Millionen Euro haben wir, die drei Sportbünde im Land, jährlich zur Verfügung“, sagt WLSB-Präsident Klaus Tappeser. Und ergänzt: „Wir bräuchten aber fast viermal so viel.“

340 Vereine sind allein in Württemberg vom Antragsstau betroffen. Doch neben den Wartezeiten auf die Zuschüsse leiden die Vereine auch unter den niedrigen Förderquoten. Statt der eigentlich möglichen 30 Prozent Zuschuss erhalten sie in diesem Jahr durchschnittlich nur 13,4 Prozent. Die Differenz müssen sie sich auf dem freien Markt besorgen. „Die Differenz zwischen kalkuliertem und tatsächlichem Zuschuss müssen sich die Vereine auf dem freien Markt besorgen. Zudem müssen sie meist zwischenfinanzieren, bis der Zuschuss ausbezahlt wird“, sagt Tappeser. Deshalb formuliert der WLSB-Präsident: „Der Antragstau muss dringend aufgelöst werden.“

Dabei haben sich die Bautätigkeiten der Vereine in den vergangenen Jahren verlagert. Sanierung statt Neubau lautet das Motto. Denn viele alte Sportstätten sind wahre Energiefresser und treiben die Unterhaltskosten in enorme Höhen. Experten haben errechnet, dass durch die Sanierung der Sportstätten in Deutschland jedes Jahr bis zu einer Million Tonnen Kohlendioxid eingespart werden könnten. Insgesamt gibt es bundesweit etwa 130 000 Sportstätten, in Baden-Württemberg fast 20 000. Viele davon in Vereinsbesitz. Da winkt also ein riesiges Einsparpotenzial.

WLSB-Präsident Klaus Tappeser denkt auch an die ökologische Verantwortung des Sports. Er fordert deshalb Besserung von der grün-roten Landesregierung: „Die Sportstätten im Land haben mittlerweile ein stattliches Alter erreicht, deshalb benötigen wir dringend ein Sonderprogramm Energetische Sanierung. Denn durch den schlechten energetischen Zustand und die immer weiter steigenden Energiepreise werden unsere Vereine zusätzlich finanziell belastet.“ Eine klare Forderung für die demnächst beginnenden Verhandlungen für den Solidarpakt III.

Im Sportkreis Rottweil ist der Tennisclub Dietingen einer der Vereine, der von der niedrigen Förderung betroffen ist. Die Kosten für sein neues Vereinsheim liegen bei insgesamt 120 750 Euro, vom WLSB erhält der Verein aber nur einen Zuschuss über 6360 Euro. Das entspricht einer Förderquote von gerade mal fünf Prozent.

Für Sportkreis-Präsident Robert Nübel ist dieses Beispiel nur eines von vielen:

5 Prozent statt 30 Prozent staatliche Förderung für die Sportvereine ist nicht tragbar.

Mit dieser Minimalförderung entspricht die staatliche Förderung des Vereinssports nicht mehr dem Bestandteil ganzheitlicher Bildungsförderung.

Damit erlischt zunehmend die notwendige Bautätigkeit unserer Turn- und Sportvereine.

In diesem Jahr hat der WLSB im Sportkreis Rottweil Zuschüsse für sieben Bauprojekte bewilligt. Deren Investitionssumme beläuft sich auf insgesamt 400 050 Euro, die Fördermittel des WLSB dafür betragen 53 600 Euro und damit lediglich 13,4 Prozent statt der 30 Prozent, die den Vereinen eigentlich zustehen.

 

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