WLSB-Präsident Tappeser fordert deutliche Verbesserung der Finanzierung des Sports

„Wir freuen uns über das Lob des Ministerpräsidenten, aber jetzt müssen auch Taten folgen“, sagte Klaus Tappeser, Präsident des Württembergischen Landessportbundes (WLSB), nach den Lobesworten von Winfried Kretschmann. Der Ministerpräsident hatte beim Neujahrsempfang der Landesregierung den Spitzensport gelobt, aber explizit auch die Arbeit der gemeinnützigen Sportvereine im Land gewürdigt. „Ohne Sportvereine wäre unsere Gesellschaft um ein Vielfaches ärmer.“ Sport vermittle wichtige Werte wie Fairness, Teamgeist und Verantwortung und verbessere die Lebensqualität. „Der Breiten- und Freizeitsport und das damit verbundene Ehrenamt sind Teil unserer Tradition und Kultur“, betonte Kretschmann.

Diese Vorlage nahm Tappeser auf. Denn die Sportvereine kämpfen an verschiedenen Fronten mit sich verändernden Bedingungen.

Der Solidarpakt II läuft Ende 2016 aus. „Wir benötigen eine deutliche Verbesserung, möglichst bereits jetzt“, fordert der WLSB-Präsident.

Argumente dafür gibt es mehrere. „Bei der inhaltlichen Ausgestaltung der Ganztagesschulen spielt regelmäßige Bewegung unter fachkundiger Anleitung eine wichtige Rolle“, sagt Tappeser.

In den Vereinen vor Ort gebe es hochqualifizierte Trainer und Übungsleiter, die diese Aufgabe übernehmen können, dazu ist ein adäquates Entgelt notwendig.

Seit Jahren leiden die Sportvereine unter einem Antragsstau beim Sportstättenbau in Höhe von 40 Millionen Euro. Die Sportstätten sind meist schon 40 Jahre alt und erfüllen nicht mehr die heutigen Bedürfnisse. Neben Neubauten, mit denen die Vereine auf sich verändernde Nachfragen der Mitglieder reagieren, steht vor allem die energetische Sanierung bestehender Sportstätten ganz oben auf der Liste. „Der Sport will auch seinen Beitrag zur Energiewende beitragen. Deshalb brauchen wir wieder einen Goldenen Plan wie in den 1970er Jahren“, fordert Tappeser, „damit wir diese Sportstätten sanieren und den neuen Gegebenheiten anpassen können.“

In einem dritten, ganz aktuellen Fall erhofft sich WLSB-Präsident Klaus Tappeser die Unterstützung durch die Landesregierung. Seit dem 1. Januar gilt der Mindestlohn, auch für Sportler. „Hierbei muss unterschieden werden zwischen professionellen Sportlern, die damit ihren Lebensunterhalt, oder einen Teil davon, bestreiten und Sportlern, denen ein Ersatz für ihre Aufwendungen ausbezahlt wird. Das gilt besonders für junge Nachwuchsleistungssportler, gerade in Mannschaftssportarten trainieren und spielen diese jungen Sportler in zwei oder drei Mannschaften. Wenn dieser für die sportliche Entwicklung als Zeitaufwand nach dem Mindestlohngesetz gewertet würde, befürchte ich, dass die Vereine keinen Nachwuchsleistungssport mehr finanzieren können.“

Geklärt werden muss, ab wann ein bezahlter Sportler unter die Mindestlohnregelung fällt, und zum anderen, welche Aktivitäten eines Sportlers als Arbeitszeit gelten. „Ein weiteres großes Problem sehe ich auch darin, dass die ehrenamtlichen Funktionäre in den Vereinen mit einem enormen neuen bürokratischen Aufwand belastet werden, der die Lust sich ehrenamtlich zu engagieren sicherlich nicht fördern wird“, sagt Tappeser.

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